Deezer Interview // Philipp Winkler – Autor von Hool

Posted by thetje | 20. März 2017 | Uncategorized
Philipp Winkler Hool (c) Kat Kaufmann Deezer Blog

Philipp Winkler Hool (c) Kat Kaufmann Deezer Blog

2016 erschien der gelobte Debütroman Hool des Schriftstellers Philipp Winkler. Die Geschichte, die du dir jetzt auf Deezer als Hörbuch anhören kannst, spielt in der Hannoveraner Hooliganszene und beleuchtet das Gefühlsleben des jungen Hools Heiko Kolbe. Wir haben uns mit dem jungen Autoren im Deezer Interview über Hooligans, Musik und Hörbücher ausgetauscht.

Hooligans – ein Wort, das wir automatisch mit Fußball verbinden, auch wenn dieses Thema eigentlich nur oberflächlich mit dem Sport zu tun hat. Philipp Winkler nähert sich dem Gegenstand nach ausgiebiger Recherche aus der Innenperspektive eines Außenseiters. Mit ungeschöntem Blick und authentischer Sprache erfahren wir, was sein Protagonist, der Hooligan Heiko, fühlt, bevor er sich auf seine Gegner stürzt, was ihn antreibt – ohne allerdings konkrete Antworten zum Warum zu liefern. Die dürfen wir uns selbst geben während wir in Heikos Leben teilnehmen und etwas über ihn, seine Gefühle und seine Umgebung erfahren.

Wir wollten mehr über den jungen Autoren erfahren, der so authentisch über eine Randgruppe schreibt. Um im Fußball-Umfeld zu bleiben, bot sich nichts besser an, als ihm für ein Interview einfach den Ball zuzuspielen. Am Spieltag folgten starke Dribblings (das folgende Interview), ein Doppelpass mit Assist (zwei vom Autoren zum Interview erstellte Playlists: 15 Guilty-Pleasure-Songs sowie der exklusive inoffizielle Soundtrack zu Hool) und ein Volltreffer (sein Hörbuch Hool in der ungekürzten Fassung).

Viel Spaß beim Lesen und Hören und jetzt ab aufs Spielfeld!

Angriff

Deezer: Beschreibe dich selbst mit drei Albumtiteln.

Philipp Winkler: Aesop Rock – Labor Days, Death Grips – Exmilitary, .357 String Band – Fire & Hail

Deezer: Was macht für dich die Essenz von Hool aus?

Philipp Winkler: Freundschaft, Familie, Hoffnung und enttäuschte Hoffnung, Verlust und wie man damit umgeht.

Mittelfeld

Deezer: Warum sollte man sich dein Hörbuch anhören?

Philipp Winkler: Weil es einem gefallen könnte und weil es vielleicht etwas mit einem macht.

Deezer: Wie hast du für Hool recherchiert?

Philipp Winkler: Ich fand das Thema Hooliganismus schon jahrelang interessant und kannte mich schon ganz okay aus; jedenfalls für jemanden, der nie selbst in der Szene war. Ich recherchierte trotzdem nochmal ein halbes Jahr, bevor ich überhaupt ein Wort schrieb. Das fruchtbarste waren Interviews zum Abschluss der halbjährigen Recherche. Ich sprach mit einem SKB (szenekundigen Beamten), der schon sehr lange dabei war, Fanbeauftragten und einem Ehemaligen. Danach fühlte ich mich für den Stoff und die Geschichte, die ich erzählen wollte, gewappnet und fing an zu schreiben.

Deezer: Was war die wichtigste Erkenntnis aus deinen Recherchen? Gab es einen Moment, in dem dir plötzlich die Antworten zu eigenen Fragen klar wurden?

Philipp Winkler: So etwas gab es eigentlich nicht. Es war vielmehr die Bestätigung und Unterfütterung dessen, was ich bereits wusste, was aber wichtig war, da ich mich so relativ sicher in dem fühlte, was ich erzählen wollte.

Deezer: Welchen Klassiker (Hörbuch/Roman) sollte man auf jeden Fall kennen?

Philipp Winkler: Ich bin kein Fan davon zu sagen, dass man dies oder das kennen MUSS, aber ein Buch, das ich immer wieder gerne empfehle, sind die Stories (eine Kurzgeschichtensammlung) von Breece D’J Pancake, den leider so gut wie niemand kennt. Leider ist es auch das einzige Buch, das je von ihm erschienen ist, da er mit 28 Suizid beging, bevor er noch ein Buch fertigstellen konnte. Diese Stories sind aber so ziemlich die besten Kurzgeschichten, die ich je gelesen habe.

Verteidigung

Deezer: Was wäre der passende Soundtrack zu Hool?

Philipp Winkler: Ich habe für euch eine Playlist zusammengestellt.

Deezer: Was war dein erstes Album?

Philipp Winkler: Wenn man die Kindheit und die dadurch noch nicht vollständig verknüpften Synapsen mitzählt, war das  eine Schlümpfe-CD. Ich weiß noch, dass da die Schlumpfversion eines Songs namens Shut Up drauf war, das Klippklapp oder so hieß.
Mein erstes Album (oder vielleicht eher einer der wichtigsten frühen Albenkäufe), nachdem ich so etwas wie einen Musikgeschmack entwickelt habe, war Black on Both Sides von Mos Def, heute bekannt als Yasiin Bey.

Deezer: Wer ist dein absoluter Lieblingskünstler aller Zeiten?

Philipp Winkler: Ich weiß nicht, ob ich einen ABSOLUTEN Lieblingskünstler habe. Dafür höre ich auch zu diverse Musik. Nichtsdestotrotz würde ich wohl so gut wie immer mit Aesop Rock antworten.

Tor

Deezer: Hast du einen Guilty-Pleasure-Song?

Philipp Winkler: Mehrere! Einer langt da nicht. Carbonara von Spliff wäre einer. Den Song feier ich sehr. (Die anderen Songs findest du in Philipp Winklers Guilty-Pleasure-Playlist)

Mixed Zone: 

Deezer: Punk oder Hip Hop?

Philipp Winkler: Hip Hop

Deezer: Goethe oder Stuckrad-Barre?

Philipp Winkler: Goethe

Deezer: Dein Album für einen Roadtrip durch Sibirien?

Philipp Winkler: Vielleicht Khleb von Leningrad. Oder für den nötigen Gegensatz zu Wind und Wetter Nilsson Schmilsson von Harry Nilsson.

Ersatzbank

Deezer: Hörst du gern selbst Hörbücher?

Philipp Winkler: Ja. Allerdings komme ich nur selten dazu.

Deezer: Was ist dein Geheimtipp?

Philipp Winkler: Ich mag das Hörbuch von Survivor (Chuck Palahniuk) sehr gerne.

Deezer: Was magst du lieber: Hörspielserien (Sherlock Holmes, John Sinclair, Die drei ???) oder Hörbücher?

Philipp Winkler: Sie haben beide ihre Reize. Als Kind war ich verrückt nach den Hörspiel-Kassetten von He-Man & The Masters of The Universe und Sonic the Hedgehog. Die waren vollkommen bekloppt.

Deezer: Hast du LieblingsprecherInnen?

Philipp Winkler: Ich habe überhaupt nichts gegen Voice Actors, aber ich finde es eigentlich immer am interessantesten, wenn der/die AutorIn selbst liest.

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